Sonntag, 1. Januar 2017

Rezension - "Die Spezialeinheit" Staffel 1

Endlich ist sie da. Es tut mir Leid, dass es so verdammt lange gedauert hat, aber nun ist es so weit.

Fakten:

Autor: Sydney Stafford
Titel: Die Spezialeinheit - Staffel 1 (Episoden 1-8)
ISBN-13: 9-783738-613322
Genre: Gay Romance / Military
Seitenzahl: 319

Inhalt:

Christoph „Pünktchen“ Barrelmeier ist ein Polizist der Eliteeinheit GSG9. Zusammen mit seinem Team erlebt er gefährliche Einsätze, die ihn körperlich und seelisch an seine Grenzen bringen. Doch nicht nur im Beruf ist kein Tag wie der andere, sein Privatleben wird ebenso auf den Kopf gestellt. Es passieren Dinge, mit denen er im Traum nicht gerechnet hat, doch er hat ein starkes Team an seiner Seite.

Dieser Sammelband enthält die ersten acht Episoden der Serie „Die Spezialeinheit“:

1. Der erste Einsatz
2. Fehlschuss
3. Gefangen
4. Der Neue
5. Unerwartete Hilfe
6. Die Übergabe
7. Gefährliches Spiel
8. Competition

Meine Bewertung:

Der Einstieg gelingt Stafford sehr leicht, denn wir finden uns mit dem Protagonisten vom ersten Satz an in einer brenzligen Situation. Barrelmeier hat es gerade geschafft, die heiß ersehnte Stelle bei der GSG9 zu ergattern, da kommt er beinahe zum ersten Tag zu spät.

Als wäre das nicht genug, muss er sofort ran und einen gefährlichen Fall lösen.
Stafford erzählt flüssig und mitreißend. Die Figuren wirken im ersten Abschnitt noch unnahbar und kämpferisch, wodurch die fiktional dargestellte "Arbeit" der GSG9 sehr realistisch wirkt. Dies ändert sich mit der Zahl der gelesenen Seiten, denn schon bald offenbart sich das Innenleben der wichtigsten Figuren und ihre komplexen Beziehungen zu einander.

Und so fühlte auch ich mich zittrig, beinahe fiebrig, als ich mit Barrelmeier neue Erkenntnisse sammelte, um das Leben seiner Kollegen fürchtete und hoffte, dass er bloß nichts falsch machen möge.

Stafford hat alles richtig gemacht. Auch die Unterteilung der einzelnen Episoden, in welchen die Spannung von Mal zu Mal steigt, sitzt gekonnt an den richtigen Stellen. Mir blieb nichts anderes übrig, als das Buch zu verschlingen.

Und dann war da noch der Teamführer, die romantischen Verstrickungen und der Ex, der erst zum Todfeind wurde, um als Kollege wiederzukehren.
Auch dieser Teil der Story konnte mich durchweg überraschen. Obwohl Sex und Gefühle in verschiedenen Variationen vorkamen, fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt in einen Kitschfilm versetzt. Ganz im Gegenteil, so wurde jener Teil meiner Selbst angesprochen, der diverse Gelüste nur zu gut kennt.
Besonders gefiel mir die Rolle des Chefs Henning, der als strenger Mentor fungierte und dabei doch eigene Schwächen offen zu legen wusste.

Minuspunkte:
Man merkt hier und da, dass die Indie-Geschichte eben nicht aus einem großen Verlagshaus kommt. Der Schreibstil gibt wenig Ansatz für Atempausen und dennoch muss ich anmerken, dass er gewöhnungsbedürftig ist, wenn man die aalglatt durchlektorierten Romane großer Autorennamen gewöhnt ist. Vielleicht liegt es an der Erzählperspektive, vielleicht an der Syntax, sicher auf jeden Fall an dem deutlich überwiegend erzählendem Stil. An manchen Stellen wäre mehr Show möglich gewesen. Andererseits komme ich nicht umhin, die Arbeitsleistung zu loben, die Stafford hier - für einen Indie-Autor - vollbracht hat. Bücher schreiben sich nicht mit einem Fingerschnips und der Spezialeinheit merkt man deutlich an, dass sie viele Stunden gekostet hat, gleichermaßen viele erquickende Momente beschert hat.

Die Spannung spitzte sich etwa auf der Hälfte extrem zu. Christoph Barrelmeier erträgt Verletzungen, die ihn an den Rand des Todes bringen. Schlimmer geht es nicht. Ich hätte mir gewünscht, diesen Plotpunkt erst zum Ende zu sehen, denn ab diesem Zeitpunkt fühlte ich mich ein wenig abgehärtet, als könnte den Protagonisten nichts mehr so leicht aus den Socken werfen. Darunter hat die Spannung leider etwas gelitten.

Als letzten Punkt muss ich hinzufügen, dass die Episoden sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen, was die Figuren anbelangt. Nach kurzer Zeit kannte ich jede wichtige Figur. Leider bedeutete das zum Ende, dass die Überraschung ausblieb, weil nur noch die bekannten Personen innerhalb der GSG9 Schaden zu nehmen drohten. Ich hätte mir hier etwas mehr Realismus gewünscht, in dem weiterhin Dritte als Opfer/Täter eingespielt worden wären. Nichtsdestotrotz sind die Episoden sowohl in sich als auch auf einander folgend gut durchdacht und mit einem deutlich spürbaren Spannungsbogen versehen.


Fazit:
Alles in allem jedoch hat mich Die Spezialeinheit mehr als positiv überrascht. Die meisten narrativen Haken ließen mich staunen, wo Stafford die Ideen hernimmt.
Obwohl ich mich nie als Gay Romance-Leser gesehen habe, fühlte ich mich mit der Spezialeinheit in diesem Genre durchaus wohl.

Das von mir gelesene Exemplar ist die erste Staffel der Serie "Die Spezialeinheit". Staffel 2 ist ebenfalls bereits als E-Book und Taschenbuch erhältlich.

Ich vergebe daher

4 von 5 Flammen.



Staffel 1 und 2 sind über Amazon erhältlich.